Impressum
Kontakt
 
Umschrift anzeigen mit:
 

Ägyptologie NewsPaper

Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde

Mein Dank gilt den EEFNEWS und deren zahlreichen Informanten sowie dem Moderator des EEF.Ohne diese schier unerschöpfliche Quelle für hochklassige Artikel aus der Ägyptologie wäre so manche Nachricht an mir vorbeigegangen.


Donnerstag, 03. Mai 2012
Fertigstellung des Amarna-Museums mit deutscher Hilfe

Ein Artikel in der Onlineausgabe des Tagesspiegel berichtet über die vielschichtigen Probleme, die die ägyptische Antikenverwaltung zu stemmen hat, nachdem sich die politischen Voraussetzungen in Ägypten grundlegend geändert haben. In der Hauptsache quälen finanzielle Sorgen das zuständige Ministerium. Aus diesem Grunde ist man bemüht, für Bauvorhaben ausländische Partner ins Boot zu holen. Das gilt auch für das im Bau befindliche Amarna-Museum in Minja, wo die Arbeiten seit längerer Zeit ruhen. Mit deutscher Hilfe soll es nun fertiggestellt werden. Das erste Treffen zur Vorbereitung des Gemeinschaftsprojekts, bei dem Baufirma, Antikenverwaltung und deutsche Fachleute zusammenkommen sollen, ist für die erste Maihälfte geplant.


Donnerstag, 03. Mai 2012
Drei Tempel sollen in absehbarer Zeit für Besucher zugänglich werden

Nevine El-Aref beschreibt in einem Beitrag in Al-Ahram online die Arbeiten zur endgültigen Herrichtung von drei Tempeln in Oberägypten:

Tempel der Mut in Karnak
Tempel der Isis in Deir el-Schelwit (Westbank von Luxor)
Tempel der Hathor auf Philae (Aswan)

Alle drei Sehenswürdigkeiten sollen schon im nächsten Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich sein.


Gelände des Isis-Tempels in Deir El-Schelwit im November 2006
links der Propylon, rechts das Tempelhaus, im Vordergrund Reste der Umfassungsmauer

 


Mittwoch, 02. Mai 2012
Museum der Universität Tübingen zeigt seine Schätze

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen
02. Mai 2012 16:18
Museum der Universität Tübingen (MUT) zeigt seine Schätze in neuem Gewand

Ab dem 11. Mai 2012 präsentiert das Museum der Universität Tübingen MUT seine Schätze, wie z. B. die frühesten Kunstwerke der Menschheit, nach einem umfangreichen Umbau der Öffentlichkeit wieder in neuem Gewand. In enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg und dem Stuttgarter Innenarchitekturbüro Marina von Jacobs hat die Universität Tübingen die Dauerausstellung zu den Höhepunkten der Alten Kulturen auf Schloss Hohentübingen aktualisiert und modernisiert.

Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, dem 10. Mai 2012, um 11 Uhr auf Schloss Hohentübingen ein Pressegespräch mit Vorbesichtigung der neu gestalteten Abteilungen sowie der Sonderausstellung zur Sammlung Ernst von Sieglin, die gleichzeitig eröffnet wird, statt. Dazu laden wir die Vertreter der Medien herzlich ein!

Zu den umgestalteten Räumen mit zweisprachiger Beschriftung gehört neben dem neuen Eingangsbereich auch ein neuer Bereich zur Geschichte des Schlosses Hohentübingen, der über das Schloss und die Nutzung durch die Universität sowie über die Abteilungen im Museum informiert. Der erste Ausstellungsraum zeigt berühmte Objekte der Älteren Urgeschichte wie die etwa 38 000 Jahre alten Eiszeitfiguren aus Mammutelfenbein, die zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit gehören. Am bekanntesten darunter ist sicherlich das Wildpferdchen aus der Vogelherd-Höhle. Im zweiten Raum werden die Funde zum UNESCO Weltkulturerbe der keltischen Pfahlbauten neu präsentiert sowie die Grabungen in der Keltenfestung Heuneburg aus der Späthallstattzeit.

Auch die Highlights der ägyptischen Sammlung, die zu den wichtigsten Universitätssammlungen Deutschlands zählt, und Teile der Originalsammlung der Klassischen Archäologie werden in neuem Licht zu sehen sein. Dazu gehören altägyptische Särge und die Opferkammer des Seschemnefer aus einer Grabanlage aus Gizeh.


Die Opferkammer des Seschemnefer im Museum der Universität Tübingen MUT

Die Dauerausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem SWR um einen Audioguide bereichert, der auch auf Englisch durch die Ausstellungen führen wird. Zudem erscheint ein neuer Bildband zu ausgewählten „Schätzen aus dem Schloss Hohentübingen“ sowie ein Booklet, das Informationen zu allen 43 Sammlungen der Universität Tübingen bereithält.

ORT
Museum der Universität Tübingen MUT, Burgsteige 11, 72070 Tübingen

ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr Donnerstag, 10 bis 19 Uhr

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Ernst Seidl, Museum der Universität Tübingen MUT
Tel.: +49 7071 29-74134
E-Mail: ernst.seidl@uni-tuebingen.de
Frank Duerr M.A., Museum der Universität Tübingen MUT
Tel: +49 7071 29-74127
E-Mail: frank.duerr@uni-tuebingen.de

idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V. - http://idw-online.de


Mittwoch, 02. Mai 2012
Das andere Ägypten - Sieglin-Expedition nach Alexandria

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen
02.Mai 2012
„Das andere Ägypten“ - Die Expedition Ernst von Sieglin nach Alexandria

Sonderausstellung im Museum der Universität Tübingen MUT vom 11. Mai bis 30. September 2012: alle Marmorskulpturen der Expedition erstmals wieder vereint
Das Museum der Universität Tübingen / Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen und das Institut für Klassische Archäologie der Universität zeigen in einer Sonderausstellung vom 11. Juli bis 30. September 2012 beeindruckende Objekte und Dokumente zu Ernst von Sieglin und seiner Expedition nach Alexandria aus Dresden, Stuttgart und Tübingen.

Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, dem 10. Mai 2012, um 11 Uhr auf Schloss Hohentübingen ein Pressegespräch mit Vorbesichtigung dieser Sonderausstellung sowie der neu gestalteten Abteilungen der Dauerausstellung, die gleichzeitig wiedereröffnet wird, statt. Dazu laden wir die Vertreter der Medien herzlich ein!

Der Stuttgarter Ernst von Sieglin (1848–1927) war einer der bedeutendsten Mäzene der Universität Tübingen. Der Großteil der Antikensammlung, die sich heute im Schloss Hohentübingen befindet, konnte durch seine großzügigen finanziellen Zuwendungen erworben werden. Der von humanistischen Idealen geprägte Industrielle veranlasste in den Jahren 1898 bis 1902 die berühmte Expedition Ernst von Sieglin nach Alexandria. Die Expedition hatte vor allem die Erforschung dieses „anderen“, des hellenistisch-römischen Ägyptens im Fokus.

Die vom Institut für Klassische Archäologie mit dem Museum der Universität Tübingen MUT veranstaltete Ausstellung widmet sich nun dem Leben und Werk Ernst von Sieglins und in besonderer Weise dieser Expedition. Es werden sowohl die originalen Pläne, die Tagebücher als auch zahlreiche Funde der Ausgrabung zu sehen sein. Im Mittelpunkt steht ein typisches Phänomen der hellenistisch-römischen Zeit in Ägypten: die Marmorskulptur.

Bildnis einer Ptolemäerin, Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart
Foto: Hendrik Zwietsch - Quelle: idw
Alexander der Große, Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart
Foto: Hendrik Zwietsch - Quelle: idw


Nach dem Ende der Expedition schenkte Ernst von Sieglin die Funde und angekauften Sammlungen drei verschiedenen Museen: der Skulpturensammlung in Dresden, dem Württembergischen Landesmuseum Stuttgart und dem Archäologischen Institut der Universität Tübingen. Nach 100 Jahren werden sämtliche Marmorskulpturen erstmals in der Tübinger Ausstellung wieder vereint. Zu den Exponaten gehören Porträts Alexanders des Großen, der ptolemäischen Herrscher, der römischen Kaiser sowie der griechisch-römischen und ägyptischen Götter.

Am 26. Juni wird ein wissenschaftliches Begleitkolloquium zur Ausstellung stattfinden. Im Hirmer-Verlag, München, erscheint ein Bestandskatalog, in dem die in der Ausstellung gezeigten Objekte zum Teil erstmals veröffentlicht werden.

DAUER DER AUSSTELLUNG
11. Mai bis 30. September 2012

ORT
Museum der Universität Tübingen MUT Burgsteige 11 72070 Tübingen

ÖFFNUNGSZEITEN Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr Donnerstag, 10 bis 19 Uhr

Für Rückfragen:
Dr. Ingrid Laube, Kuratorin der Ausstellung
Universität Tübingen
Institut für Klassische Archäologie
Tel: + 49 7071 29-76094
E-Mail: ingrid.laube@uni-tuebingen.de
Frank Duerr M.A.
Museum der Universität Tübingen
Tel: +49 7071 29-74127
E-Mail: frank.duerr@uni-tuebingen.de

idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V. - http://idw-online.de


Montag, 30. April 2012
Kannten die Ägypter den Doppelstern Algol?

Die Ägypter betrieben die sogenannte Tagewählerei, d.h. sie bestimmten "gute" und "schlechte" Tage, die zusätzlich gedrittelt wurden in morgens, mittags, abends. Manche Tage waren "gut, gut, gut", manchen "gut, schlecht, gut" usw. Im Kairener Papyrus 86637 aus dem 9. Regierungsjahr Ramses' II. sind Gefahren und Verhaltensregeln aufgezeigt. So heißt es für den 23. Tag des Monats Thot (erster Monat der Überschwemmungsjahreszeit), dass kein Weihrauch verbrannt werden dürfe auf dem Feuer für den Gott, keine Ziege, Wild oder Vögel getötet und Gänse und Ziegen nicht gegessen werden dürfen; auch dem Gesang zu lauschen, war verboten. "Jedes Kind, das an diesem Tag geboren wird, bleibt nicht am Leben" (Emma Brunner-Traut, Alltag unter Pharaonen, 201). Diese ägyptische Umsetzung mythischen Geschehens sehen Wissenschaftler der Universität von Helsinki als Indiz dafür, dass die Ägypter aufgrund ihrer Himmelsbeobachtungen den veränderlichen Stern Algol, dessen Helligkeit periodisch schwankt, kannten. Die finnischen Wissenschaftler glauben Übereinstimmungen zwischen den Helligkeitsschwankungen und den Daten im Papyrus 86637 erkannt zu haben und halten es für nicht ausgeschlossen, dass dieses Phänomen bereits vor 1.200 Jahren zur Orientierung in Bezug auf die Tagewählerei diente.
weltderphysik
36seitiger Aufsatz des finnischen Wissenschaftlerteams in englischer Sprache als PDF (ca. 1,1 MB)


Montag, 30. April 2012
Raubgrabungen in Oberägypten

Die Antikenpolizeit beschlagnahmte 17 Objekte, die aus Raubgrabungen in der Gegend von Esna stammten. Die illegalen Ausgräber hatten ein 10 m tiefes Loch gegraben, um die Artefakte zu bergen. Es handelt sich um Stücke aus römischer Zeit (Gefäße, Teile von bemalten Objekten, ein Weihrauchgefäß und Steinzeug). Einige Verdächtige sind Teil der Untersuchungen.
egyptindependent


Montag, 30. April 2012
Aktueller Bericht des King's Valley Project der Uni Basel online

In dem neu entdeckten Grab KV 64, das in der oberen Schicht mit einem Begräbnis aus der 22. Dynastie belegt war, konnten die Archäologen nun bis zum Grund des Grabschachtes vordringen. Es war bereits vermutet worden, dass sich unter der vorgefundenen Schuttschicht das ursprüngliche Begräbnis aus der 18. Dynastie befinden könnte (siehe Beitrag vom 18.01.2012). Tatsächlich stieß man auf die Reste des wohl schon in der Antike geplünderten älteren Grabes. Die meisten Objekte befinden sich in einem sehr fragmentarischen Zustand. Der Sarg, Teile der Kanopen, Gefäße und wahrscheinlich auch Teile von Mobiliar fehlen. Tief im Schacht fand man Fragmente von drei Kalksteinkanopen und zwei Kanopendeckel in Form menschlicher Köpfe, außerdem Scherben und kleine Glasteile. Unsicher ist, ob ein kleines Holzfragment mit dem Namen einer Königstochter und weitere Holzsplitter, die zu einem Stück Möbel mit dem Namen Amenophis' III. stammen, tatsächlich zu dem ursprünglichen Begräbnis gehören oder ob sie zufällig in den Schutt gelangt sind. Ähnliche Kleinteile hatte bereits Howard Carter im Grab des Siptah gefunden und in jüngerer Zeit auch die Uni Basel im Umfeld von KV 29. An der nördlichen Wand des Schachtbodens von KV 64 fanden die Schweizer Reste einer Mumie ohne Leinenbinden. Diese brutal zerstörte Mumie dürfte dem ursprünglichen Grabinhaber gehören.
In KV 40 stieß man auf die Reste diverser Begräbnisse, teils aus der 18. Dynastie, teils aus der Dritten Zwischenzeit. Das Grab war mehrfach geplündert worden; außerdem hatten Plünderer Feuer gelegt. Aus der 18. Dynastie stammen hauptsächlich große zerbrochene Krüge sowie deren verstreuter Inhalt - Balsamierungsmaterial, vor allem Leinen und Natronbeutel. Trotz der Brandschatzung blieben menschliche Überreste erhalten, darunter viele Knochen von Kindern, Teile von verschiedenen Holzobjekten und Särgen sowie Kartonagen und Textilien. Alle Funde bedürfen der Reinigung und Restaurierung.
Das modern mit Beton verschlossene Grab KV 33 wurde geöffnet, wobei der Eingang mit zehn in den Fels gehauenen, gut erhaltenen Stufen freigelegt wurde. Von dort aus gelangt man in eine große Kammer mit zwei kleinen seitlichen Räumen, alle akkurat aus dem Feld gehauen; Meißelspuren sind noch sichtbar. Auch dieses Grab wurde beraubt und Sturzbäche hatten es mit Geröll gefüllt, als es noch offen stand. Während der abgelaufenen Kampagne, die sich mit der Reinigung beschäftigte, wurden einige Funde gemacht: Fragmente eines Alabasterkruges, Teile eines großen Kruges aus Nilschlamm aus der Zeit Thutmosis' III. sowie sehr schlecht erhaltene menschliche Überreste. Ein Name wurde bislang nicht entdeckt.
Salima Ikram (Department of Egyptology, American University Cairo) und Frank Rühli (Swiss Mummy Project, Zürich) konnten erste Untersuchungen an stark beschädigten Mumienresten aus KV 31 vornehmen. Um zu endgültigen Ergebnissen zu kommen, werden diese Arbeiten intensiviert.
Uni Basel


Freitag, 27. April 2012
Seltene Erkrankung an Mumie nachgewiesen

Ein junger Mann von etwa 20 Jahren, der um 900 v.Chr. starb, litt an einer seltenen Krankheit, dem krebsähnlichen Hand-Schüller-Christian-Syndrom. Dabei handelt es sich um die tumorartige Zerstörung des knöchernen Schädels bei gleichzeitigem Auftreten von Diabetis. Bis heute ist die Wissenschaft nicht in der Lage, die Ursachen für die Erkrankung zu bestimmen. In der Antike verlief die Krankheit immer tödlich, sagt Dr. Mislav Cavka, Mediziner an der Universität Zagreb, der die Diagnose nach eingehender Untersuchung der Mumie des Mannes stellte; sie gehört zum Bestand des Archäologischen Museums Zagreb.
livescience


Mittwoch, 25. April 2012
Gedenktafel und Sonderschau zu Ehren Steindorffs

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung der Universität Leipzig
25. April 2012
Gedenktafel und Sonderschau zu Ehren Steindorffs

Das Ägyptische Museum der Universität Leipzig ehrt seinen Namensgeber Georg Steindorff mit einer Gedenktafel und einer Sonderausstellung: Am 2. Mai wird die Steindorff-Tafel am Museumseingang enthüllt und gleichzeitig die Schau über Leben und Werk des bekannten Ägyptologen eröffnet. Nach ihm ist neben dem Museum auch das Ägyptologische Institut der Universität benannt.

Die Sonderausstellung "Georg Steindorff (1861 – 1951): Stationen eines Lebens" ist bis zum 18. November geöffnet.
Zeit: 02.05.2012, 11:00 Uhr
Ort: Ägyptisches Museum Goethestraße 2
04109 Leipzig


Bildquelle: idw)


Auf der Gedenktafel ist Steindorff vor den Pyramiden von Gizeh zu sehen, wie der Kustos des Museums, Dr. Dietrich Raue, sagte. In einem darunter stehenden Text sind die Verdienste des Ägyptologen vor allem für die Universität Leipzig und Informationen über dessen Verfolgung durch die Nazis nachzulesen. "Steindorff war eine Persönlichkeit, die sehr viel früher als andere erkannt hat, dass Wissenschaftler mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gehen sollten anstatt damit in ihrem Elfenbeinturm zu sitzen", betonte Raue. Die Sonderausstellung beschreibe das bewegte Leben des renommierten Wissenschaftlers jüdischer Herkunft von der Kaiser- bis zur Nachkriegszeit. Gezeigt werden neben ausgewählten Ausgrabungsobjekten sowie Briefen mit den dazugehörigen Kommentaren Steindorffs auch persönliche Dinge aus dessen Leben wie Tagebücher, u.a. den Einträgen seiner Emigration in die USA und seinen Reaktionen auf den Tag der deutschen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkrieges. Zur Enthüllung der Gedenktafel und zur Eröffnung der Sonderausstellung werden neben dem Direktor des Ägyptologischen Instituts, Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert auch die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, und Leipzigs Kultur-Bürgermeister Michael Faber sprechen. Anschließend steht ein Rundgang durch die Schau auf dem Programm, an dem auch der 89-jährige Enkel Steindorffs, Thomas Hemer, teilnehmen wird. Er wird dazu aus den USA anreisen.

Aus diesem Anlass wird am 2. Mai wird einer der wichtigen Funde, die durch Steindorffs Wirken ins Museum gelangten, neu präsentiert: der Sarkophag des kleinwüchsigen Hofbeamten Seneb. Eine Nachbildung seiner Grabkammer, die in den vergangenen Monaten im Rahmen einer Kooperation mit der Leipziger Oper entstand, wird an diesem Tag erstmals zu sehen sein. Nach achtjähriger Restaurierung war der 1,5 Tonnen schwere Steinsarg aus Giza, der aus der Zeit um 2600-2500 v. Chr. stammt, im August vergangenen Jahres wieder nach Leipzig zurückgekehrt und ist im Schaufenster des Museums im Krochhaus ausgestellt. Der Sarg des Beamten ist in der Ägyptologie wegen der Darstellung von dessen Kleinwüchsigkeit im eigenen Grab berühmt.

Im vergangenen Jahr hatte das Verwaltungsgericht Berlin im Verfahren um die Rückgabe der Steindorff-Sammlung des Ägyptischen Museums eine Klage der Universität Leipzig abgewiesen. In der Folge einigten sich Vertreter der Jewish Claims Conference (JCC) und der Universität außergerichtlich darauf, die altägyptische Privatsammlung Steindorffs in Leipzig zu lassen. Sie verabredeten, dass die Universität Leipzig - unter Anerkennung des verfolgungsbedingten Entzugs der Sammlung - den Lebensweg Georg Steindorffs weiter aufarbeitet und veröffentlicht, gerade auch in Kinder- und Jugendzeit an das Schicksal der Familie aufmerksam macht und an ihn an prominenter Stelle erinnert.

Prof. Dr. Georg Steindorff war seit 1893 Professor und ab 1904 Inhaber des Ägyptologischen Lehrstuhls an der Universität Leipzig. Zwischen 1903 und 1931 unternahm er eigenverantwortlich und im Auftrag der Universität Leipzig Grabungen in Ägypten.

Weitere Informationen:
Dr. Dietrich Raue
Ägyptisches Museum / Ägyptologisches Institut - Georg Steindorff
Telefon: +49 173 8994040
E-Mail: dietrich.raue@uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~egypt/

idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V. - http://idw-online.de


Dienstag, 24. April 2012
Antike Schätze wieder sichtbar

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
24. April 2012
Antike Schätze wieder sichtbar
Ehemaliges Archäologisches Museum der Universität Jena wiedereröffnet

Jena ist um eine Attraktion reicher. Seit heute (24. April) haben die Antikensammlungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena am neuen Standort in der Carl-Pulfrich-Straße 2 ihre Pforten geöffnet. „Das ist für uns ein ganz besonderer Moment“, sagt Prof. Dr. Angelika Geyer, Lehrstuhlinhaberin für Klassische Archäologie. Seit 19 Jahren kämpfte sie gemeinsam mit den Jenaer Altertumswissenschaftlern dafür, die Sammlungen vereint an einem Ort der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Bei der feierlichen Eröffnung am 24. April um 19 Uhr wird der Direktor der Berliner Antikensammlungen, Prof. Dr. Andreas Scholl, den Festvortrag halten.

Seit der Schließung des Archäologischen Museums der Universität Jena vor genau 50 Jahren war die Originalsammlung auf engstem Raum eingelagert und höchstens während Sonderausstellungen im Stadtmuseum zu sehen. Die Sammlung von Gipsabgüssen antiker Skulpturen befand sich im Magazin des Berliner Pergamonmuseums und kehrte sukzessive, zuletzt im vergangenen Jahr – soweit wie möglich – nach Jena zurück. Hochkarätige Dauerleihgaben und Schenkungen haben die Sammlungen in den letzten Monaten zusätzlich bereichert, so dass sie nun weit mehr als 2.000 Exponate umfassen. Davon können sich Besucher von jetzt an selbst überzeugen. Regelmäßig immer mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr sind die Sammlungen zugänglich.

„Mit unseren antiken Schätzen können wir uns dank der neuen Ausstellungsfläche mit bedeutenden Sammlungen anderer deutscher Universitäten messen“, sagt Geyer. „Schließlich repräsentiert sie mit den originalen Großplastiken und Gipsabgüssen, den Keramiken, Bankettausrüstungen, Metall- und Glasgegenständen sowie Münzen das gesamte Spektrum antiken Kunstschaffens.“ Außerdem decken die Originale mit ihrer Herkunft fast den gesamten Mittelmeerraum und alle Epochen der Antike ab – von der Bronze- bis weit in die römische Kaiserzeit.


Blick auf einige Büsten der wiedereröffneten Antikensammlungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU - Quelle: idw



Dr. Dennis Graen, Kustos der Antikensammlungen der Universität Jena: „Mit der Wiedereröffnung geben wir aber nicht nur der Universität, sondern der gesamten Stadt ein Stück ihrer Geschichte wieder“.
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU - Quelle: idw


Doch bei aller Wertschätzung gehe es den Archäologen der Universität Jena nicht um Prestige. Vielmehr können sie jetzt endlich die antiken Stücke unkompliziert in die Lehre einbeziehen, da Seminare nun auch in der Carl-Pulfrich-Straße stattfinden können. Die Arbeit an den gegenständlichen Hinterlassenschaften sei schließlich elementar für die Archäologie, erklärt die Jenaer Antikenexpertin. Gleiches gelte für die Forschung: Nun seien endlich auch optimale Rahmenbedingungen für die Arbeit an den Originalen geschaffen, auf die auch auswärtige Wissenschaftler zurückgreifen können.

„Mit der Wiedereröffnung geben wir aber nicht nur der Universität, sondern der gesamten Stadt ein Stück ihrer Geschichte wieder“, sagt Dr. Dennis Graen, der Kustos der Antikensammlungen der Universität Jena. Der Jenaer Altphilologe Carl Wilhelm Goettling hatte das Archäologische Museum 1846 im ehemaligen Jenaer Stadtschloss eröffnet. Nach der Fertigstellung des Universitätshauptgebäudes 1908 fanden die Exponate in dessen Südostflügel ein neues Zuhause. „Nach den ersten Berichten über einen neuen Ausstellungsraum sprachen mich Interessierte aus der ganzen Stadt immer wieder auf das Thema an“, sagt Graen. „Die Begeisterung für die Antike ist in Jena sehr groß.“ Das zeigten die vielen Besucher während der Sonderausstellungen im Stadtmuseum oder etwa der Museumsnacht. Schulen hätten auch schon nachgefragt. „Somit können wir auch hier unseren Studentinnen und Studenten neue Impulse in ihrem Studium geben, die uns vorher nicht möglich waren“, sagt der Kustos. In den neuen Räumlichkeiten können die Studierenden zusätzlich Sonderausstellungen erarbeiten und während der Betreuung von Gästen museumspädagogische Erfahrungen sammeln.

„Wir würden uns freuen, wenn unsere zukünftigen Besucher in den Antikensammlungen der Universität Jena einen Einblick in die Lebenswelten der Menschen der Antike erhalten und sich gleichzeitig an der Schönheit antiker Kunst erfreuen können“, resümiert Angelika Geyer.

Kontakt:
Prof. Dr. Angelika Geyer / Dr. Dennis Graen
Institut für Altertumswissenschaften / Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944820 und 944827
E-Mail: angelika.geyer[at]uni-jena.de / dennis.graen[at]uni-jena.de

Besucheradresse: Antikensammlungen: Carl-Pulfrich-Str. 2, 07745 Jena

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.uni-jena.de



News-Archiv

2012
Mai 2012 (4)
April 2012 (21)
März 2012 (15)
Februar 2012 (15)
Januar 2012 (13)

2011
Dezember 2011 (10)
November 2011 (6)
Oktober 2011 (21)
September 2011 (8)
August 2011 (11)
Juli 2011 (17)
Juni 2011 (16)
Mai 2011 (23)
April 2011 (14)
März 2011 (13)
Februar 2011 (7)
Januar 2011 (11)